Borstige Kraftpakete - was tun bei einer Begegnung mit Wildschweinen?

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Herbstspaziergang im Schwanheimer Wald. Hund und Mensch genießen die kühle Luft, die letzten Sonnenstrahlen flimmern durch die Bäume. Da knackt es im Gebüsch, dunkle Schatten trappeln durch’s Unterholz - Wildschweine! Und jetzt?

 

Wildschweine in Stadtnähe, die Gärten verwüsten und Spaziergänger erschrecken, sind auch in Schwanheim und Goldstein keine Seltenheit mehr. Durch die Klimaveränderungen finden die Tiere viel Nahrung und können mehr Jungtiere, die Frischlinge, aufziehen. Gemüsegärten, Mülltonnen und frei zugängliche Komposthaufen bilden eine willkommene Nahrungsquelle. Und in Nähe von Wohngebieten können die Tiere nicht bejagt werden – das wäre zu gefährlich für die Anwohner und ist deshalb verboten.

 

Lebensraum Stadtwald
Im Frankfurter Stadtwald leben die Wildschweine westlich der Autobahn A 5 und im südöstlichen Bereich um den Gehspitzweiher, sagt eine Broschüre des Grünflächenamtes „Wildschweine in Frankfurt“. Auch in den nördlichen Waldgebieten, die an Schwanheim und Goldstein grenzen, halten sich die Tiere gern auf – dort locken feuchte Stellen zum Suhlen. Und Autobahnböschungen, Grünstreifen und Gärten dienen ihnen als Wanderpfade.

 

Abstand halten, Ruhe bewahren
Zuerst einmal gilt: Nicht verrückt machen lassen. Wildschweine sind eher scheu und haben normalerweise wenig Interesse an einer Begegnung mit Menschen. Und wer ein paar Grundregeln beachtet, kann auch in Wildschweingebieten seinen Spaziergang mit Hund genießen:

 

  • Wildschweine sind tag- und nachtaktiv. Begegnungen können also zu jeder Tageszeit stattfinden. Nachts oder spät abends rechnen die Tiere nicht mehr mit den Menschen – fühlen sie sich erschreckt, können sie aggressiv reagieren.
  • Beim Anblick von Frischlingen, auch wenn sie in ihrem gestreiften Jugendkleid niedlich aussehen: den Rückzug antreten! Die Mutter der Kleinen, die Bache, versteht keinen Spaß, wenn sie ihren Nachwuchs bedroht sieht.
  • Hunde an die Leine! Selbst wenn die Wildschweine eher scheu sind – werden sie von Hunden gehetzt, werden sie sich verteidigen. Männliche Tiere, die Keiler, bringen 100 bis 150 Kilo auf die Waage. Da haben die meisten Hunde keine Chance.
  • Ruhige Bewegungen und ausreichend Abstand sind wichtig. Hektik und schnelle Bewegungen signalisieren den Tieren Gefahr – das kann einen Angriff provozieren.  
  • Auf den Wegen bleiben – nicht den Lebensraum der Tiere unnötig stören.
  • Steht dann doch einmal eine Rotte Wildschweine auf dem Weg: ruhiges Stehenbleiben oder langsames Zurückgehen (Hund an kurzer Leine!) gibt den Tieren ein Gefühl der Sicherheit und lässt ihnen Raum zum Rückzug.
  • Und wenn's wirklich gefährlich wird: die Polizei rufen. Wenn durch die Wildschweine konkrete Gefahr für die öffentliche Sicherheit besteht, muss sofort die Polizei benachrichtigt werden.

Weitere Info der Stadt Frankfurt

 

Von Stefanie Simon, zertifizierte Hundeerzieherin und Verhaltensberaterin BHV/IHK © Hundeschule am Schwanheimer Wald

Wildschwein-Familie - Vorsicht bei Begegnung mit Frischlingen, die Bache verteidigt die Jungtiere auch mit ihrem Leben.Fotos: Pixabay lizenzfrei
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